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Die Fahrt verspricht gemütlich zu werden. Nur die ersten ca. 20 km verlaufen noch in der Jonte-Schlucht. Da ist
die Straße recht kurvig und teilweise schmal. Solange kein Gegenverkehr herrscht, ist alles kein Problem. Auf
einigen Abschnitte ist das Bankette viel tiefer als die Straßendecke. Ein Abrutschen vom Asphalt würde das Aus für
den Urlaub bedeuten.
Nach La Rozier wird das Tal breiter und die Straße ist deutlich übersichtlicher. Bei Millau geht's auf die
Autobahn A75. Leider war der Aussichtspunkt auf das Viadukt von Millau wegen Baustelle gesperrt. So konnten wir
das imposante Bauwerk nur kurz während der Fahrt in Augenschein nehmen. Bei Bezier sind wir auf die A9 gewechselt.
Aus uns unbekannten Gründen hat das Navi uns bereits vor Perpignan auf die Landstraße geleitet. Die Idee fanden
wir schließlich gar nicht schlecht, da sich recht schnell die Aussicht auf's Meer bot.
Nach nur 285 km gemütlicher Fahrt von 4,5 Stunden haben wir am Nachmittag unser Ziel in Argeles-sur-Mer
erreicht. Der Empfang war wie immer freundlich und es wurde uns der Nebenplatz vom letzten Jahr zugewiesen.
Die Sonne hatte es heute gut gemeint, so daß wir die Temperatur vom Mittelmeer getestet haben.
Warum muß der Wetterbericht recht behalten? Bewölkt und die Temperatur war auch nicht für die Verhältnisse
besonders hoch, so schlappe 22° bis 24°, da ein teilweise frischer Wind wehte. Die Jacke ist aber im Schrank
geblieben! Kein Badewetter, aber ideal für den ersten Spaziergang zur Aklimatisierung. Bisschen hierhin und
bisschen dahin. Sind die Boutiquen noch wie letztes Jahr? Schmeckt das Eis auch noch so? Und, von
wo sieht man das Schloß Valmy?
Erste Erkenntnis: Wir haben alles wieder erkannt. Das Eis schmeckt auch noch. Nur das Schloß können wir
noch nicht sehen. Ein netter Verkäufer hat uns die Richtung gewiesen und war der Meinung, daß es bis dahin
nur 15 - 20 Minuten sind. Bei Ü65-Tempo sind 45 Minuten daraus geworden. Und dann ist das Schloß auch noch
geschlossen gewesen - Baustelle bis 12.06.
So wurde der kleine Rundgang zu einem größeren Spaziergang von 12 km. Das wollten wir unseren Knochen
eigentlich nicht zumuten. Morgen soll erst zum Nachmittag die Sonne sich gegenüber den Wolken durchsezten.
Da machen wir einen ruhigen Tag. Wenn auch noch der vorhergesagte Sturm aufkommt, ist wieder nichts mit baden,
aber es gibt vielleicht hohe Wellen. Na, mal schauen.
Das Wetter hat sich noch nicht auf die hier gewohnten sommerlichen Temperaturen umgestellt. Wolken am Himmel
und immer wieder ein auffrischender Wind. Bei 18° Wasser- und 24° Lufttemperatur lockt es einen nur mit Sachen (Bild unten)
ins Wasser (;-)). Dann schleichen wir halt wieder durch die Fähnchenstraße - haben wir für uns so getauft,
wegen der Fähnenketten über den Gassen. Da gibt es immer was zu sehen und anzufassen. Kein Wunder bei den
vielen Boutiquen für Klamotten, Schuhe, Wasserutensilien oder Kostmetika. Wer nicht den richtigen Duft
findet, kann ihn sich auch mixen lassen. Und natürlich nicht zu vergessen die vielen Eisstände. Bei bis zu
36 Sorten fällt die Auswahl schon etwas schwerer.
Nachdem wir die Gassen kreuz und quer durchstreift hatten, konnten die Errungenschaften stolz zum WoMo
getragen werden. Noch ein Blick entlang der Oleandersträucher und dann durch den Pinienwald zurück.
Das Wetter soll Tag für Tag schöner werden. Heute "nur" bis 27°. Das ist genau das richtige Wetter, um
Colliore, der angeblich schönste Ort Frankreichs und direkt neben Argeles gelegen, zu besuchen. Mit dem
Linienbus (Fahrpreis 2€) waren wir in 15 Minuten dort. Zuerst ging es natürlich, wie letztes Jahr, vorbei
an der dicken Festungsmauer zu der kleinen Kapelle und zum Leuchturm. Bei dem, immer noch, böigen Wind sollten
schöne Wellen zu sehen sein.
Danach noch etwas durch die engen Gassen gestreift - ohne Shopping. Allein die Häuserfronten sind schon
sehenswert. Wir wollten auch noch zum Fort und zur alten Mühle. Lt. Google sind es zum Fort 35 Minuten zu Fuß, wenn
der vorberechnete Weg genommen wird. Wir sind allerdings den Schildern gefolgt und die schmale Asphaltstrasse hinauf. Der
Blick auf den Ort, das Meer und die umgebenden Berge ist immer wieder toll. Man kann sich gar nicht satt
sehen. Nur mit 35 Minuten war aber nichts. Es hat bestimmt eine gute Stunde gedauert, bis wir dann vor dem natürlich
geschlossenen Fort standen. Mal eben den Ausblick genießen, bevor es den steinigen Abstieg zur Mühle geht.
Für den Abschnitt ist definitiv festes Schuhwerk erforderlich. Ab der alten Mühle, die wie wir wußten geschlossen ist,
ist der Weg deutlich besser in den Ort.
Der Wasservorrat aufgebraucht, der Körper ausgelaugt - da hilft nur ein großer Eisbecher und ein Cappuchino. Der
Bus, natürlich mit Verspätung, hat uns wieder nach Argeles gebracht. Jetzt Füße hoch und gut.
Strahlend blauer Himmel und die Sonne gibt ihr Bestes. An eine großen Wanderung, ist nicht zu denken. Mit einem kleinen Umweg über die Fähnchenstraße ging es zum Strand. Schließlich müssen die Kalorien, die Wasser verbraucht werden erst einmal zu sich genommen werden. Zu lange ist der Aufenthalt in praller Sonne aber nichts für uns. Auf dem Rückweg ein schneller Einkauf. Die Getränkevorräten mußten aufgefüllt werden. Der Rest des Tages war nur noch relaxen. Das waren dann 33° und morgen sind 35° angesagt. Uff.
Bei den angesagten Temperaturen kann Aktion nur falsch sein. Nach einem schnellen Einkauf im nahe
gelegenen Supermarkt, sollte dann der kleine Spaziergang folgen. Nach der großen Strandpromenade folgt
ein schmaler mit Pinien bewachsener Streifen. Da gibt es Schatten und einen angenehmen leichten Wind. Soweit
der Plan. Als wir allerdings mal kurz nach links schauten, trauten wir unseren Augen nicht. Wie noch Schnee
auf den Bergen? Dann erblickten wir noch einen vermeintlichen Aussichtsturm, der sich später als Turm für
Bungeesprünge entpuppte. So wurde die Tour schon ausgeprägter. Und, als wir noch ein Schild mit dem Hinweis
auf das Resort Mas Larrieu (einem Schutzgebiet der Tech-Mündung) entdeckten, waren die guten Vorsätze
ganz vorbei. Zur Tech-Mündung wollten wir letztes
Jahr schon, sind aber nie angekommen. Der Weg ist sandig, verläuft am Rande der Dünen und geht gut in die Waden.
So sind wir noch eine ganze Weile dahingestapft. Kurz vor der erneuten Aufgabe haben uns freundliche Männer
darauf hingewiesen, daß es nur noch ein paar Meter sind, bis wir die Lagune des Tech und auch dessen Mündung
ins Meer sehen würden. Das haben wir noch problemlos geschafft. Die Sonne hat uns aufgeheizt, der Sand hat
die Waden strapaziert, da hilft nur ein Bad im Meer. Die Wenigen, die sich hierher verirrt hatten, haben auf
Badebekleidung verzichtet. Wir schlossen uns dem an. Wie erfrischend! Und ich konnte deutlich bessere
Aufnahmen machen als gestern (siehe unten). Für den Rückweg haben wir die Straße, besser den breiten Rad-/Fußweg, benutzt.
Das war einfacher, als der Sandlauf. Da unser Wasservorrat aufgebraucht war - es sollte ja nicht so weit gehen -
war die nächstbeste Starndbar unser Ziel. Wie herrlich ist eine Cola on the rocks! Den Rest des Weges haben wir auch
noch geschafft. Natürlich nicht ohne das heute noch fehlende Eis. Am Ende hatte wir ca. 15 km in den Beinen, was sich
heute, wegen des Sandes, besonders bemerkbar gemacht hat.
Aber morgen geht gar nichts, wirklich nichts!
Wer jetzt auf heiße Bilder von uns hofft, wird enttäuscht. :-)
Die Temperatur soll heute noch etwas höher werden. Unser kleiner Spaziergang von gestern steckt noch in den Knochen. Es wird wirklich ein ruhiger Tag. Nach einem gemütlichen Vormittag sind wir an den Strand. Das Wasser war fast glatt, nur ein paar leichte Wellen. Da macht das Schwimmen schon Spaß. Und die Abkühlung tut auch gut. Die Fische wundern sich wohl etwas über die käsigen Füße in ihrem Reich. Auf dem Wasser trieb dann eine komische Substanz und wir verzichteten auf weitere Abkühlungen. Die Sonne hat auch genug getan. So sind wir in unser Eis-Stammlokal am Hafen geschlumpert. Nach der gemütlichen Eispause gab es noch etwas Chorgesang von einem örtlichen Chor in katalanischer Sprache. Der Strand hat sich zwischendurch auch gut gefüllt. An das Meer hat es uns doch nicht wieder gezogen. Auf dem Weg zum WoMo haben wir auf der Promenade eine neue Sportart erfunden - Schattenhopping.
Es ist Montag und ab heute beginnt die Saison der Markttreibenden. "Markt" - ein magisch anziehender Ort.
Da müssen wir natürlich hin. Das haben sich auch andere gedacht. Die ersten Besucher kamen uns schon mit
gut gefüllten Plastikbeuteln (die gibt's hier noch!) entgegen. Trotzdem gab es noch genug zu sehen und zu
kaufen. Es gab Stände mit Obst, Klamotten, Speisen, Handyhüllen und Kosmetik.
Ein paar Preisbeispiele:
1 kg Pfirsiche 2€
1 kg Aprikosen 3,50€
Blusen, Röcke, Kleider, Shirts, Hosen, Kappen ab 6 bis 25€, im Schnitt 10 bis 15€
Handyhülle, je nach Ausführung bis 10€
Seit Samstag soll der Park von Valmy wieder zugänglich sein. Das Stand noch auf unserer Besuchsliste.
Am Nachmittag machten wir uns auf den Weg dorthin. Ein ganzer Teil des Weges liegt in der Sonne. Wo es lang ging
war uns (mir) noch bekannt. Ja, der Park war geöffnet und erstaunlicherweise auch noch kostenlos. Das Chateau
selbst ist Privatbesitz und nicht zugänglich. Also nur den Park anschauen. Die Vegatation entspricht der
südländische Gegend. Diverse mehr oder weniger sagende Skulpturen sollen wohl das Gesamtbild auflockern. Vom
höchsten Punkt hat man einen Blick auf und über das Chateau bis nach Argeles. Die Sonne, die Temperatur und die
müden Knochen vom Vortag ließen uns zurück Richtung Hafen gehen. Schließlich konnten wir unsere Stamm-Eisdiele
nicht im Stich lassen.
Am Ende des Tages waren es doch wieder 14km geworden.