Bevor der Herbst Einzug hält, sind wir noch einmal auf Reisen gegangen. Ob es die letzte Tour für dieses
Jahr war, hängt vom Wetter in den nächsten Wochen und Monaten ab.
Als kürzeste und schnellste Strecke hat das Navi die Fahrt über die A45, A3, A9, A99 und A8 vorgeschlagen.
Damit stimmen meine Vorstellungen mit dem Navi überein. Auf der Fahrt rechnete ich mit den üblichen Baustellen,
auch mit vielen Staus durch den montäglichen Berufs- und Lkw-Verkehr. Überraschender Weise hatten wir zwar
teilweise sehr dichten Verkehr, aber nicht einen Stau! So haben wir in gemütlicher Fahrt und mit ausreichend
Pausen für die 535 km 7,5 Stunden benötigt. Unsere Ankunft war sogar noch vor der nachmittäglichen Öffnungzeit
der Rezeption. Aber, da wir vorab gebucht hatten war das Kennzeichen vom WoMo bekannt und wir konnten auf
grund der Kennzeichenerkennung das Gelände befahren und uns schon mal auf der Parzelle gemütlich machen. Der
Check-In erfolgte später.
Für unsere Ausflüge und Wanderungen war klar, daß das WoMo stehen bleibt. Inzell bietet für seine Gäste einen
kostenlosen Ortbus an, der 3 Routen abfährt. Zudem gibt es Verbindungen u.a. nach Bad Reichenhall oder Ruhpolding.
1x in der Woche wird eine Fahrt nach Salzburg angeboten. Mit etwas mehr Zeit kommt man auch nach Berchtesgaden und
Königsee.
Wie üblich haben wir den Rest des Tages mit einer Erkundungstour durch Inzell genutzt.
Für eine größere Darstellung, einfach auf das Bild klicken.
Ausgangspunkt für die geplante Rundwanderung um den Frillensee ist der Wanderparkplatz am Gast- und
Forsthaus Adlgass. Bis dorthin nutzen wir die Dorflinie 1 vom zentralen Busbahnhof in Ortsmitte. Nach nur
wenigen Minuten Fahrzeit ist der Parkplatz erreicht. Nur ein paar Meter Richtung Gasthaus und Schilder weisen
den Weg zum See. Das Besondere an dem See ist, daß er sehr zeitig im Herbst zufriert und das nicht, wie
üblich, vom Rand, sondern von der Mitte. Im Prospekt wird der Frillensee als kältester See in Mitteleuropa
bezeichnet. Vor dem Bau des Eisstadions in Inzell, wurde der See als Trainings- und Sportstätte des
Inzeller Eislaufclubs genutzt.
Der Weg, welcher gut ausgebaut ist, führt stetig bergan zum See. Hinweistafeln informieren über die
Flora und Fauna, sowie die Entstehung des Gebietes. Angekommen am See führt ein Holzsteg über den versumpften
Teil des Sees zur gegenüberliegenden Uferseite. Ein paar Bänke und ein Steg laden zum Rasten ein. Wer möchte,
kann seine heißen Füße im Wasser abkühlen. Mehr nicht, denn Baden ist verboten.
Auf dem weiteren Weg treffen wir auf ein Schild mit der Aufschrift "Steiner Alm 1067m". Zur der Alm scheint
es nur ein guter Kilometer zu sein, was sich später als Irrtum erweisen sollte. Die 1067m sind die Höhenangabe
über Meeresspiegel. Wie uns Wanderer verrieten, geht es noch ein gutes Stück bergauf und das auf einem schmalen Pfad,
der meist gut begehbar ist. Da wir noch genug Zeit hatten, bevor der Bus uns wieder ins Dorf bringen sollte,
machten wir uns auf den Weg. Von den 920m Seehöhe des Frillensee führte der Weg, der zumm Trampelpfad wurde in
Serpentinen bis in eine Höhe von ca. 1200m. Von Alm war jedoch noch nichts zu sehen. Ein paar Meter auf einer
Forststrasse und das nächste Schild wies Richtung Tal. Es ging mittels einer fest installierten Leiter über eine
Weideumzäunung wieder auf schmalen und schmalsten Wegen abwärts. Hier gab es immer wieder Punkte, die einen
weiten Blick über das Tal Richtung Bad Reichenhall/Piding freigaben. Das Läuten von Kuhglocken lies uns erahnen,
daß die Alm wohl in der Nähe sein musste. Einige Minuten später konnten wir sie dann erblicken, die Stoaner
Alm. Zeit zum Ausruhen und für ein leckeres Getränk. Der Rückweg war dann einfacher. Noch einmal ein paar
Meter aufwärts und danach immer abwärts auf einer gut begehbaren Forststrasse bis zum Parkplatz.
So war unser erster Ausflug nicht geplant. Gleich mal ungewohnte 16km im alpinen Gelände. Das gibt einen
guten Muskelkater. Aber schön war's trotzdem!
Die Tour von gestern steckt uns noch in den Knochen. 600 Höhenmeter überwinden ist eben für Flachlandtiroler
keine Kleinigkeit. Bisschen leichten Spaziergang, um die Muskeln zu lockern, muss doch drin sein.
Aber, bevor wir uns auf den Weg machen, gibt es noch eine Stärkung im Lindlbauer Kaiserschmarn Cafe.
Die Max Aicher Arena am anderen Ende von Inzell schien genau richtig. Gleich nebenan noch der Zwingsee. Das
klingt nach einem gemütlichen Tag. Wie meist wurde aber mehr daraus.
Die Arena haben wir dann auch ohne Anstrengungen erreicht. Von Weitem war immer wieder das helle Dach zu sehen.
Aus der Nähe betrachtet, ist es schon ein imposanter Bau. Errichtet wurde die Arena in den 1960er Jahren und hat
sich zu einem Bundeszentrum für den Eisschnelllaufsport entwickelt. Führungen werden nur donnerstags angeboten und
heute ist Mittwoch - Pech gehabt. Der Zwingsee nebenan in ringsum eingezäunt - Privatgelände. Vermutlich wird er
als Badesee genutzt, aber das Kassenhäuschen und der Eingang waren geschlossen.
Der Weg hatte bis hierher keinerlei Schwierigkeiten gehabt und so entschlossen wir uns, noch etwas weiter zu
spazieren. Es ging auch ganz gemütlich weiter. Mal direkt neben der Bundesstraße, mal etwas entfernter. Nach
kurzer Zeit sahen wir auf der gegenüberliegenden Straßenseite das ehemalige Gasthaus Zwing. Unser Weg gabelte sich
hier. Links wiesen die Schilder zum Falkensee, rechts zu den Wasserfällen Weißbach. Da es zu den Wasserfällen kürzer
war, nehmen wir diese Richtung. Zu den Wasserfällen führte der Weg unter der Bundesstraße durch und wurde dann zu
einem Waldweg. Von Weitem, war das Rauschen des Wassers zu hören. Um direkt an den Wasserfall zu gelangen, führen 67
teilweise naturbelassene Stufen nach unten und dann wieder hoch. Aber erst einmal runter, umsehen und natürlich das
Wasser testen.
Auf dem gleichen Weg ging es wieder zurück zum Camping. Montag und Dienstag versorgt dort der "FudaWogn
von Michi und Franz" die Camper. Diese Woche auch Mittwoch. Für ein leckeres Getränk und Kuchen haben wir einen
kurzen Stopp eingelegt. Ein paar Wandertipps gab's noch gratis.
Unseren Gelenken ist immer noch die Wanderung zur Steiner Alm anzumerken. Es gibt also eine weitere
Talrunde. Bei der Durchsicht der Vorschläge ist uns die Kalorienrunde aufgefallen. Die tangiert auch die
Runde durch das Inzeller Moor, den Inzeller Filzen. Das sollte machbar sein.
Die Beschreibung der Wanderung beginnt wieder im Ort. Es geht durch ein paar kleine Straßen und dann
weiter an der Roten Traun entlang. Die Kalorienrunde biegt an einer Wegkreuzung nach links ab. Rechts
geht's ins Moor. Der Moorweg ist ein ganz normaler Wanderweg - meistens. Rechts und links liegen die
Moorwiesen. Am Aussichtsturm erfahren wir auf Schautafeln etwas über das Moor und seine Bewohner. Um später
wieder auf die Kalorienrunde zu stoßen, biegen wir bei der nächsten Gelegenheit nach links ab. Hier findet
man die Möglichkeit, selbst Moor zu stechen. Das sah uns aber zu schlammig aus und wir haben lieber verzichtet.
Über einen Holzsteg gelangen wir zur Ruhebank, die zu einer Pause in der Sonne einläd. An der Kreuzung geht
es wieder nach links und nach ein paar hundert Meter, treffen wir auf den Kalorienweg.
Warum der Name Kalorienrunde? Es gab weder was zur Kalorienaufnahme, noch zur -abnahme. An der ganzen
Strecke waren wohl Schilder angebracht gewesen, die veranschaulichen sollten, wieviel Kalorien verbraucht wurden.
Leider haben wirkein Schild entdecken können. Dafür war es aber eine gemütlich und nicht besonders
anstrengende Runde. Bis zur Kesselalm steigt der Weg immer leicht an. Auf der Kesselalm haben wir uns dann
eine Pause gegönnt. Zurück führt der Weg leicht abwärts bis in die Nähe der Max Aicher Arena. Von dort ist es
kein Problem mehr bis zum Campingplatz.
Ein Ausflug nach Berchtesgaden/Königsee, erscheint uns mit den Öffentlichen doch zu umständlich. Und
zum Abtakeln des WoMo sind wir zu faul. So war die Entscheidung für Bad Reichenhall schnell gefallen.
Der Bus fährt im Stundentakt ohne umsteigen, bestens.
Dort angekommen, stand die Frage wohin wir gehen. Richtung Königlichen Kurgarten erschien uns die beste Variante.
Dort sind wir vom prächtigen Gradierbau empfangen worden. Einige Bereiche des Parks waren wegen Umbauten gesperrt.
Trotzdem ein sehenswertes Areal. Besonders imponierten uns die riesigen Blüten der Hibiskuspflanzen. Die
Fußgängerzone war dann auch nicht mehr weit. Zu finden waren die üblichen Modeketten, aber dazwischen auch einige
Läden mit regionalen Angeboten. Bei Gössl gibt es reichlich Trachten zur Auswahl. Der Preis ist auch nicht zu
verachten. Weitere Highlights sind die Confiserie Reber (absolut zu empfehlen) oder das Bürgerbräu neben dem Rathaus.
Am Besten, in Ruhe die Bilder ansehen.
Zum Abschluß der Woche nur nicht überanstrengen! Die Jungs vom FudaWogn haben die Runde um den Falkenstein
als idealen Wanderweg empfohlen. Ganz nebenbei kommt man auch bei ihren Standplatz am Wochenende vorbei.
Leider hat sich die Sonne nur ganz wenig gezeigt. Ein kleiner Schauer hat ab und zu für etwas Abkühlung
gesorgt. Die Falkensteinrunde ist ein gut ausgebauter und beschilderter Wanderweg, der sogar im Winter von
Schnee geräumt wird. Wir haben den Weg so begonnen, daß wir zuerst am Krottensee und später am Falkensee vorbei
kommen. Der Krottensee hat seinen Namen von den Kröten erhalten, die dort leben. Rings um den See zieht sich
ein mehrere Meter breiter Moorstreifen. Direkt bis ans Ufer kann man wegen des Moores nicht. In der Gegend um
den See stehen Hinweisschilder, die vor Kreuzottern waren. Gesehen haben wir keine. Zurück auf dem Hauptweg führt
er uns durch einen dichten Wald zum Falkensee, dessen Ufer meist dicht bewachsen ist. Ein Steg führt auf eine
kleine Plattform. Nach ungefähr 3/4 der Runde waren wir dann auch beim FudaWogn. Franz empfahl uns noch einen
Abstecher zum Gletschergarten und zur Himmelsleiter. Der Gletschergarten besteht aus absolut glatt geschliffenen
Felsen aus der letzten Eiszeit. Mit einem Garten im eigentlichen Sinn hat es wenig zu tun. Die Himmelsleiter
besteht aus 515 Stufen die neben einer alten Soleleitung (erste Pipeline der Welt) gebaut wurden. Nicht mehr
alle Abschnitte sind begehbar. Mit den Abstechern war dann aus einer gemütlichen 7 km Runde, eine etwas größere
Wanderung geworden.